Gemeinde- und Ortschaftsrat befassten sich mit dem ersten Doppelhaushalt. Steigende Kreisumlage, Steueranpassungen und ein möglicher Hallenneubau standen im Fokus.
In einer gemeinsamen Sondersitzung von Gemeinde- und Ortschaftsrat am 8. Januar 2026 stellte die Verwaltung den Haushaltsplan für die Jahre 2026 und 2027 vor. Erstmals ist ein Doppelhaushalt für zwei Jahre vorgesehen. Die Sitzungsergebnisse wurden am 14. Januar 2026 veröffentlicht.
Die kommunalen Finanzen gelten als stark angespannt. Als größte strukturelle Belastung für die Stadt Knittlingen wird die Kreisumlage genannt, die an den Enzkreis zu zahlen ist. Diese Umlage steigt deutlich. Lag sie im Jahr 2018 noch bei unter 2,5 Millionen Euro jährlich, werden für das Jahr 2028 rund 7,7 Millionen Euro erwartet. Ursache sind nach Darstellung der Verwaltung steigende Aufgaben des Landkreises ohne entsprechende Finanzierung durch Bund und Land.
Zur Sicherung bestehender Einrichtungen und Leistungen schlägt die Verwaltung Steuererhöhungen vor. Vorgesehen ist eine Anhebung der Grundsteuer B
um 40 Prozent sowie der Gewerbesteuer um 5 Prozent. Trotz der finanziellen Rahmenbedingungen sind weiterhin Investitionen in Sanierungen und bei Bedarf in Ersatzneubauten in Millionenhöhe eingeplant.
Die Ratsmitglieder haben am 19. und 20. Januar 2026 Gelegenheit, Verständnisfragen zum Haushaltsentwurf zu stellen. Die Beratung und Beschlussfassung über Änderungsanträge ist für den 9. und 10. Februar 2026 vorgesehen. Der finale Beschluss des Haushaltsplans könnte in der Gemeinderatssitzung am 3. März 2026 erfolgen.
Als größte Einzelinvestition schlägt die Verwaltung einen möglichen Ersatzneubau für die nicht mehr nutzbare Turn- und Festhalle in Knittlingen vor. Mehrheitsbeschlossen wurde, einen Förderantrag im Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ zu stellen. Grundlage ist eine erste Konzeptplanung, die vorrangig eine Nutzung für schulische und sportliche Zwecke vorsieht. Weitere Nutzungen sind grundsätzlich möglich, für den Förderantrag jedoch nicht maßgeblich.
Über die konkrete Ausgestaltung der Halle, einschließlich Raumaufteilung, Größe und Nutzungsmöglichkeiten, ist noch zu entscheiden. Als mögliche Standorte werden der Schotterparkplatz beim Paul-Kieselmann-Bad sowie eine Fläche neben der bestehenden Sporthalle genannt. Die Verwaltung empfiehlt derzeit den Standort neben der Sporthalle. Für den Förderantrag wird mit einer geschätzten Investitionssumme von rund 6,8 Millionen Euro gerechnet. Eine Entscheidung über den Förderantrag wird bis zur Jahresmitte 2026 erwartet.
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